Folge 23 gesperrt

1 Apr

Am Montagabend hochgeladen, am Mittwochabend gesperrt: “Bastis Mattscheibe – Folge 23: Die Meisternörgler von München”. Mittwochmittag bekam ich eine Mail, in der darauf hingewiesen wurde, dass das Video möglicherweise Content von SevenOne Media GmbH enthält (natürlich tut es das). Laut dem sogenannten “Kalkofe-Urteil” ist die Verwendung von Inhalten aus Fernsehsendungen jedoch unentgeltlich und ohne vorherige Genehmigung erlaubt, wenn durch die Kombination der Ausschnitte und der eigenen Teile ein eigenes Kunstwerk entsteht – was bei meinem Video klar der Fall ist.

Ich habe via YouTube eine Gegendarstellung eingereicht und eine Mail an SevenOne geschrieben. Ich zitiere mich selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Montagabend lud ich unter meinen YouTube-Benutzerkonto Bastikalk das Video “Bastis Mattscheibe – Folge 23: Die Meisternörgler von München” hoch. Am Mittwochmittag bekam ich eine Mail, die mich darauf hinwies, dass das Video möglicherweise Content von SevenOne Media GmbH enthält. Abends war das Video dann bereits deaktiviert worden.

In diesem Video setze ich mich kritisch-ironisch mit der von Ihnen produzierten Sendung “Germany’s Next Topmodel” auseinander. Ich finde einen Vorgang wie den mir zugefügten inakzeptabel. Laut dem sogenannten “Kalkofe-Urteil” (einsehbar hier) ist die Verwendung von Ausschnitten aus Fernsehsendungen unentgeltlich und ohne vorherige Genehmigung erlaubt, wenn durch die Kombination der Ausschnitte und der eigenen Teile ein eigenes Kunstwerk entsteht. Das war bei meinem Video klar der Fall. Sollte sich ein Mitarbeiter Ihres Unternehmens das Video angesehen und daraufhin bei YouTube eine Sperrung veranlasst haben, käme das einer Zensur gleich. Ich habe in diesem Video schließlich mehr oder weniger klar geäußert, was ich von dieser Sendung halte.

Suchen Sie doch mal auf YouTube nach “germany’s next topmodel”. Sie werden überrascht sein, wie viele Videos nur die in mehrere Teile zerlegte jeweils aktuelle Folge von “Germany’s Next Topmodel” enthalten. Lassen Sie erst einmal diese Löschen und überlegen Sie sich dann nochmal, ob Sie auch in Zukunft eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Format verhindern und die Arbeit von Menschen, die sich mit dem Schreiben der Kommentare, dem Schneiden und mit dem Versehen des Videos mit eigenen Musikausschnitten Mühe geben, behindern wollen oder ob Ihnen das einfache Hochladen von unbearbeitetem Material lieber ist.
Ich hoffe, dass wir uns einigen können.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Unbescheid

Unmöglich sowas, oder?



Folge 23 ist online!

29 Mar

Die 23. Mattscheibe ist hochgeladen. Sie beschäftigt sich mit “Germany’s Next Topmodel”.

Viel Spaß!

Fernsehkritik: “Tatort: Kaltes Herz”

23 Mar

Am Sonntagabend zeigte die ARD den Kölner “Tatort” “Kaltes Herz”. Ein Film, der einen mehr als irritiert zurücklässt.

Da geht es also darum, dass ein Jugendamtsmitarbeiter ermordet wird – just in der Wohnung einer jungen Mutter, von der später herauskommt, dass sie möglicherweise ihr Kind verschleppt oder gleich ganz entsorgt haben könnte. Au weia! Und als ob das noch nicht konstruiert genug wäre, stoßen Ballauf und Schenk auch noch auf eine Pflegefamilie, die via Betrug mehr Kinder als genehmigt aufnimmt (eins davon ein Emo, au weia!) und somit mehr Geld kassiert, als ihnen zusteht (nochmals: au weia!). Zu allem Überfluss wird dann auch noch die Bürogehilfin der Kommissare schwanger (uffem Karneval, au weia!), will abtreiben lassen, fasst sich dann angesichts eines Ultraschall-Fotos aber ein Herz, das Kind doch ausgetragen, und verliert es schließlich (nachdem Freddy Schenk ihr ein olles Hausmittelchen aushändigte, das seine Mutter nahm, als sie mit ihm schwanger war). Au weia! Wie, das hab ich schon gesagt? Und am Ende muss Schenk nur an die mit Hundefotos tapezierte Wand des Kindsvaters gucken, um zur Lösung des Falls zu gelangen. Freilich bekommt er dann vor der Currywurstbude auch noch einen neuen Flitzer aus der Asservatenkammer, nachdem der alte bei einer Verfolgungsjagd im Parkhaus den Geist aufgab.

Tja, was kann man dazu sagen? Eigentlich nichts. Machen wir das doch einfach mal.

Woran man nicht alles denken muss…

5 Feb

Wisst ihr, ich bin jemand, der während des Benutzens der elektrischen Zahnbürste daran denkt, diese nach dem Putzen zwecks Neuladung ans Stromnetz anzuschließen, das dann 30 Sekunden später aber wieder vergessen hat. Nicht verwunderlich, dass ich noch vor einer Woche diesen Blogartikel zum zweijährigen Jubiläum von “Bastis Mattscheibe” im Kopf hatte, dieses Datum aber jetzt auch schon wieder um drei Tage verpasst habe. Also: Am 2. Februar 2008 erschien die erste Mattscheibe! Darauf einen Apfelkorn!

Fernsehkritik: “Die Spätzünder”

4 Feb
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Jan Josef Liefers, Hans-Michael Rehberg, Bibiana Zeller, Joachim Fuchsberger, Ursula Strauss (v.l.n.r.)
(C) ARD/Dor Film 2010

Gestern abend zeigte die ARD den Film “Die Spätzünder”. Handlung: Der erfolglose Rockmusiker Rochus Siwak, genannt “Rocco” (süffig: Jan Josef Liefers) kann eine Kaution nicht bezahlen und wird deshalb zu sozialen Diensten im Altersheim verdonnert. Dort freundet er sich mit den Alten an und gründet eine Band, um an einem Wettbewerb teilnehmen zu können, dessen Preisgeld die Alten dazu verwenden wollen, noch einmal durchzustarten. Natürlich gewinnen sie den Contest mit Pauken und Trompeten.

Ich könnte jetzt mit vielen Gründen über diesen Film herziehen. Aber ich tue es nicht. Natürlich ist er voller Klischees: Die böse Heimleiterin, der hilfsbereite Polizist etc. pp. Allein: Diese Klischees können ihm nichts anhaben. Da gibt es winzige Details: Rocco geht aufs Klo und riecht etwas in einer Zelle. Als er rüberguckt, stehen drei alte Herren da und rauchen. Rocco: “Hey Jungs, kann ich auch eine haben?”

Vor allem aber lebt der Film von seinen wunderbaren “alten” Darstellern, die mit Selbstironie und Leidenschaft an die Sache herangehen. Da kann kein Klischee stark genung sein, um dagegen anzukommen.

Fazit: Ein wunderbarer Film.

Fernsehkritik: “Sechs Tage Angst”

17 Jan

Letzten Mittwoch zeigte die ARD, nach einem “Brennpunkt” zum Erdbeben in Haiti (“Wir wissen nichts, aber das eine Viertelstunde lang”) den “Thriller” “Sechs Tage Angst” mit Katharina Böhm in der Hauptrolle. Plot: Eine Staatsanwältin (Henry Hübchen Böhm) kämpft vor Gericht gegen einen Gangsterboss und braucht dazu Zeugenaussagen. Nachdem fast alle Zeugen das Zeitliche mehr oder weniger natürlich gesegnet haben, bleibt nur die junge Weißrussin Natascha übrig, die Unterweltler Mankoff bei einem Mord beobachtete (vor fünfzehn Jahren übrigens, da war sie drei).  Um sie zu schützen, bringt die Staatsanwältin (Rollenname: Katja Schilling) sie bei einer befreundeten Künstlerin (evtl. sogar ihre Mutter? Bin da nicht mitgekommen.) hinter den sieben Bergen unter. Nach einem Karlsruher Allerlei aus Geballer und Geboller kann Natascha aussagen und der Böse kommt hinter Schloss und Riegel.

Überzeugend ist dieser Film in keiner Weise. Wenn Katja Schilling durch das Fenster einer Bar Mankoffs Handlanger erblickt und dies einem Polizisten (ihr Ex-Mann, auch das noch!) mitteilen will, von wo ruft sie dann an? Genau: Sie bleibt vor der Tür der Bar stehen. Geniale Idee. Ungefähr so, wie als Jude in der Kaserne der Waffen-SS nach dem Klo zu fragen. Aus guter Tradition wird der Leibwächter am Ende vom alten Kriminalkomissar, der Maulwurf ist und dann irgendwie doch nicht und dann aber doch wieder und sich nach einem Mordversuch an Natascha (nach dem Erschießen des Leibwächters!) übers Treppengeländer schwingt, erschossen (drei Schüsse). Auch Chloroform spielt eine wichtige Rolle.

Was war daran ein Thriller? Es war zum Gähnen.

Dirk Martens als bitterböse blöder Bösewicht

Thomas Sarbacher als Kommissar, noch so’n Kommissar und Dirk Mertens aka Mankoff: Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

 

Kathi Böhm als Katja Schilling und Thomas Sarbacher als ihr kriminalenker Ex: Rosen für den Staatsanwalt

Das Klima wird abgeschafft!

20 Dez

“Wir haben ein selbstbewusstes China erlebt”, so zitiert SPIEGEL ONLINE unsere heißgeliebte Bundeskanzlerin in Bezug auf den Klimagipfel von Kopenhagen. Hoihoihoi! Eine Weltmacht mit Selbstbewusstsein! Nicht zu glauben! Steht zu befürchten, dass irgendwann auch noch von ihr verlangt wird, ihre Meinung zu sagen. Wenn sie denn vorhanden sein sollte.

“Ein bedeutsamer und unerwarteter Durchbruch.”

(Barack Obama)

Unerwartet durchaus, Barack, aber bedeutsam? Wie soll das eigentlich gehen- sitzt da ein greiser Professor, sagt irgendwann: “Achtung! Das Klima hat sich um zwei Grad erwärmt!” und dreht dann an einem Schalter?

“Es wird sehr hart, und es wird Zeit brauchen. Wir sind einen weiten Weg gegangen, aber wir müssen noch viel weiter gehen.”

(nochmals Obama)

Tja. Wohin bloß? Da sage einer, er könne die Afrikaner nicht verstehen: Warum sollten die denn anfangen, wenn wir Industriestaaten zu faul dafür sind?

“Wir standen vor der Frage, den Prozess abzubrechen oder weiterzumachen. Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen. Wir hätten Jahre verloren, wenn wir abgebrochen hätten.”

(Angela Merkel)

Nicht einmal das Kyoto-Protokoll wurde von allen Staaten ratifiziert- und dann verhandelt man über ein neues Klimaabkommen. Na grandios. Angela, was hältste denn davon, erstmal zu überlegen, was der Klimawandel eigentlich ist?
Dass sich das Erdklima alle paar Jahrtausende mal erwärmt, ist völlig normal. Wir sind jetzt offenbar mal wieder an so einem Punkt angelangt. Und was machen die Politiker? “Oi, wir sterben alle, vor allem die armen Menschen in den Entwicklungsländern (gut, nicht dass die uns interessieren würden, aber aus geheucheltem Mitgefühl…)!”

“Wir haben eine Einigung. (…) Sie ist nicht perfekt, aber die bestmögliche.”

(Nicolas Sarkozy)

Gut, ich geb’s ja zu: Was sollen die armen Würstchen auch sagen?

“Es ist eben ein Schritt. Es ist nicht das, was wir uns gewünscht hatten als Europäer.”

(Norbert Röttgen)

Jau! “Wir Europäer”! Da fragen Sie mal einen Polen, an welcher Stelle für den der Klimawandel steht.

“Ich werde meine Enttäuschung nicht verstecken.”

(José Manuel Barroso)

Such! Such!

“Was jetzt erreicht wurde, ist besser als gar kein Klimavertrag.”

(Jens Stoltenberg, Ministerpräsident von Norwegen)

Wer hat eigentlich diesen komischen Wisch, der da letztendlich rauskam, mit nach Hause genommen? (Bzw.: Welche Putzfrau hat den Zettel in den Müll geworfen?)

“Es sieht so aus, als würden uns 30 Silberlinge angeboten, um unser Volk und unsere Zukunft zu verraten. Doch unsere Zukunft steht nicht zum Verkauf.”

(Ian Fry, Tuvalu)

Der Mann hat ja nun triftige Gründe. Wohnen Sie zufällig auf Sylt? Was würden Sie wohl davon halten, wenn ihr Eiland in hundert Jahren absäuft? Wohl nicht viel.

“Dieser Gipfel ist gescheitert, weil die Industrieländer nicht an die Demokratie glauben.”

(Lumumba Stanislaus Di-Aping, Sprecher der 130 Entwicklungs- und Schwellenländer)

Genau. Da geben sich die Entwicklungsländer Mühe und treten selbstbewusst auf, und dann…

“Wir hätten mehr erreichen können.”

(UNO-Klimachef Yvo de Boer)

Nein! Nit möglich!

“Als Realist erkenne ich, dass die Latte wahrscheinlich zu hoch gelegt wurde.”

(John Ashe, Chef der Kyoto-Verhandlungen)

Der Vergleich mit der Latte hinkt irgendwie. Kennen Sie diese Pornos mit den afroamerikanischen Hauptdarstellern?
Ich kann mir ja nicht helfen, die Ähnlichkeit ist unverkennbar:

“Die Einigung ist nichts als der Versuch der führenden Politiker, ihr Gesicht zu wahren. Die Strategie scheint, für das nächste Jahrzehnt schlicht die Daumen zu drücken.”

(Björn Lomborg, Direktor des Copenhagen Concensus Center)

Ein schönes Schlusswort.

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